KFZ Versicherungsklassen

Bei der Berechnung der Beitragshöhe für ein Fahrzeug werden drei verschiedene Punkte berücksichtigt: Zum einen die Typklasse, die abhängig vom Fahrzeugmodell ist, zum Anderen die Regionalklasse, die den Wohnort und die Hauptnutzungsregion des Fahrzeuges berücksichtig. Die Schadensfreiheitsklasse schließlich kennzeichnet das persönliche Unfallrisiko des einzelnen Fahrers durch den Schadenfreiheitsrabatt.
Die frühere Einteilung nach Leistung wurde abgelöst, um die Versicherungstarife individueller zu machen und sie mehr am Versicherungsrisiko des Einzelnen zu orientieren.

Die Kfz-Typklassen

Die Typklassen ändern sich mit der Unfallstatistik und werden jährlich neu berechnet. Passieren mit einem bestimmten Modell viele Unfälle, dann ist der Beitrag höher, als bei einem anderen Modell, mit dem laut Statistik nur wenige Versicherungsfälle entstehen. Jährlich wird auf Grund der Unfallstatistiken die Typklasse für jedes einzelne Modell neu berechnet. Mit ein Grund, warum sich die Versicherungsbeiträge von Jahr zu Jahr ändern können. Vereinfacht ausgedrückt ist die Versicherung für ein Fahrzeug umso billiger, je weniger Unfälle damit passieren, bzw. je geringfügiger die regulierten Schäden sind.

Schafft man sich nun ein Fahrzeug an, das in eine günstige Typklasse eingeordnet ist, kann man Versicherungsbeiträge sparen, eine Garantie dafür, dass der Tarif so günstig bleibt, gibt es allerdings nicht.

Kfz-Regionalklassen

Ein weiterer Faktor für die Berechnung des Versicherungstarifes ist der Standort des Halters, bzw. Versicherungsnehmers an. Die Unfallhäufigkeit ist regional unterschiedlich und auch die Schwere der Unfälle variiert von Region zu Region. Jedem Zulassungsbezirk wird dabei eine Regionalklasse zugeordnet. Auch diese Klassen können sich bei einer Aktualisierung ändern. Dieser Anteil an der Beitragsbestimmung ist relativ wenig steuerbar, außer man hat die Möglichkeit, sein Fahrzeug in einem günstigeren Zulassungsbezirk anzumelden.
Wichtig bei den beiden bis jetzt genannten Klassen ist, dass ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn die Versicherungsbeiträge dadurch ansteigen.

Die Schadensfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) bemisst sich nach den unfallfrei gefahrenen Jahren und bestimmt mit den Beitragssatz der Kfz-Haftpflichtversicherung oder der Vollkasko-Versicherung. In der Regel beginnt man mit der SF-Klasse 1, das heißt, man bezahlt 100% des Beitrages. Mit jedem unfallfrei gefahrenen Jahr sinkt der Beitrag um ca. 15%, muss eine Versicherung einen Schaden regulieren, steigt man in der SF-Klasse wieder auf, allerdings nicht nur um eine, sondern gleich um mehrere Klassen. Für Fahranfänger gelten spezielle Schadenfreiheitsklassen, die Beitragszahlung kann dann bis auf 230% ansteigen. Die Schadensfreiheitsklasse wird beim Versicherungswechsel erhalten und kann unter Umständen auch auf andere Personen übertragen werden.

Versicherungsbeiträge

Ein Auto, das im Straßenverkehr benutzt wird, muss versichert werden. Die Kfz-Versicherung ist eine Pflichtversicherung und Grundbedingung dafür, dass ein Fahrzeug überhaupt zugelassen wird. Um die Versicherungsprämien zu bezahlen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Staffelungen.

Zahlungsrhythmus der Versicherungsbeiträge

Wer seine Autoversicherung in einer Rate einmal jährlich bezahlt, fährt in der Regel am günstigsten, denn halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Bezahlung wird von den Versicherungsgesellschaften meist mit einem Aufschlag auf die Gesamtprämie versehen. Diese Aufschläge variieren innerhalb der Versicherer und auch wenn es sich um relativ kleine Beträge handelt, lohnt es sich auch hier, sich die Bedingungen der Versicherungsgesellschaften genau anzuschauen und zu vergleichen.

Die Regel ist jedoch, dass bei einer monatlichen Zahlung übers Jahr gesehen rund 10% Aufschlag zu bezahlen sind. Diese Aufschlagshöhe wird so von den Versicherungsgesellschaften nicht angegeben. In den Verträgen werden meist 3% bei vierteljährlicher und 5% bei monatlicher Zahlungsweise angegeben. Der effektive Jahreszins ist je nach Höhe des Aufschlages allerdings um einiges größer.
Vor allem dann, wenn man in einer niedrigen Schadensfreiheitsklasse ist oder in einer ungünstige Regional- und Typklassen eingestuft wird. Man sollte sich hier auch nicht von den einzelnen Werbeangeboten der Versicherer täuschen lassen: Wenn eine Gesellschaft mit einem monatlich niedrigen Beitrag für eine Kfz-Versicherung wirbt, ist dort in der Regel nicht der Aufschlag angegeben, der fällig wird, wenn man die Versicherung dann auch tatsächlich monatlich bezahlen wird.

Versicherungsbeiträge bei Kaskoversicherungen durch Rabattmöglichkeiten senken

Wer eine Voll- oder Teilkaskoversicherung für sein Fahrzeug abschließt, der kann Rabatte zur Senkung der Versicherungsbeiträge nutzen. Die Rabattmöglichkeiten sind je nach Versicherungsgesellschaft verschieden und umfassen zum Beispiel den Einzelfahrer-Rabatt, bei dem nur eine Person das versicherte Fahrzeug fährt. Beim Partner-Rabatt wird honoriert, dass der Pkw nur vom Versicherungsnehmer und dessen Ehe- oder Lebenspartner genutzt wird. Weitere Rabatte sind der Fahranfänger-Rabatt, der Bus- und Bahnfahrerrabatt, der Garagenrabatt oder der Lady-Rabatt.

Wenn man für einen oder mehrere Rabatte in Frage kommt, dann sollte man die Versicherungsgesellschaften diesbezüglich prüfen. Allerdings muss man auch sicher sein, dass die Rabattbedingungen eingehalten werden, da sonst hohe Vertragsstrafen drohen.

Schadensfall

Wenn es zu einem Unfall kommt, dann reguliert die Kfz-Versicherung den Schaden. Je nachdem, welche Versicherungsart man gewählt hat, werden entweder nur Fremdschäden oder auch Schäden am eigenen Fahrzeug erstattet. Die Vorgehensweise bei einem Schadensfall ist jedoch immer identisch.

Reaktion an der Unfallstelle

Bei einem Unfall muss immer zuerst die Unfallstelle abgesichert werden und eventuelle Verletzte müssen versorgt werden. Ob man die Polizei holt, hängt in erster Linie vom Schadensumfang ab. Bei einem Bagatellschaden reguliert die Versicherung auch ohne die polizeiliche Aussage. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man eine eigene Beweissammlung vornehmen. Am besten geht dies mit Fotos, sind Zeugen vorhanden, sollte deren Adresse aufgeschrieben werden. Allerdings sollten die Unfallbeteiligten auch darauf achten, dass der Verkehr so schnell wie möglich wieder fließen kann. Für die Schadensmeldung bei der Versicherung benötigt man verschiedene Angaben: Die amtlichen Kennzeichen sowie Namen und Anschriften der Unfallbeteiligten. Name der Versicherungsgesellschaft, Namen und Anschriften von Zeugen.
Am Unfallort selbst sollte man keinesfalls ein Schuldanerkenntnis leisten. Dies kann sich später nachteilig auf den Versicherungsschutz auswirken.

Meldung an die Versicherung

Der Schaden sollte am besten sofort, spätestens aber innerhalb einer Woche an den Kfz Versicherer gemeldet werden. Falls sich der Unfallgegner geweigert hat, seine Versicherung zu nennen, kann diese beim Zentralruf für Autoversicherungen erfragt werden. Unter der Nummer 0180 25 0 26 erhält man Auskunft über die Versicherung, die einem bestimmten amtlichen Kennzeichen zugeordnet ist.
Mit einer Reparatur-Übernahme-Kostenerklärung, die man bei der Werkstatt oder der gegnerischen Versicherung stellen kann, erreicht man, dass die Kosten für die Reparatur direkt übernommen werden, ohne dass man den Betrag vorschießen muss.

Rückstufung in der Schadensfreiheitsklasse

Wenn die Versicherung einen Unfall reguliert, dann hat das eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse und damit einen Anstieg der Versicherungsbeiträge zur Folge. Deshalb kann es ich bei Bagatellschäden lohnen, den Betrag selbst zu begleichen. Auf Nachfrage ermittelt die Versicherung, welche Variante günstiger ist. Da es oft nicht genau abzusehen ist, wie teuer ein Schaden wird, hat sich die Vorgehensweise bewährt, zuerst den Schaden der Versicherung zu melden und der Versicherungsgesellschaft innerhalb von 6 Monaten die Schadenssumme zurückzuerstatten.

Kündigungsmöglichkeit im Schadensfall

Nach einem Schadensfall ist es möglich, die Versicherung innerhalb der vertraglich festgelegten Fristen zu kündigen. Allerdings ist die Versicherung berechtigt, die Versicherungsprämie bis zum Ende des Versicherungsjahres einzubehalten. Der Versicherungsschutz dagegen erlischt mit dem Ende der Kündigungsfrist.

Zusätzliche Bausteine beim Berechnen der Autoversicherung
  • Rabattschutz: Mit dem Rabattschutz haben Sie bei Ihrer Autoversicherung einen Schaden pro Jahr frei, ohne mit einer Rückstufung rechnen zu müssen. Beachten Sie aber bitte: Hatten Sie einen Schaden und wechseln anschließend zu einem neuen Versicherungsanbieter, meldet Ihr alter Autoversicherer den tatsächlichen Schadensverlauf. Ihr neuer Versicherer stuft Sie daraufhin wegen des Schadens zurück.
  • Mallorca-Police: Diese Police ist eine Urlaubszusatzversicherung bei Mietwagen im Ausland und beschränkt sich natürlich nicht nur auf Mallorca. Die Versicherung lohnt sich, denn oft sind die Deckungssummen im Ausland bei einem Unfallschaden so niedrig, dass sie die Forderungen nicht komplett abdecken und Sie die Differenz letzten Endes selbst zahlen müssen. Haben Sie allerdings eine Mallorca-Klausel in Ihrem Vertrag, übernimmt Ihre Kfz-Versicherung diese Differenz. Die Versicherungssumme beträgt mindestens 2.500.000 Euro pro Person und Unfall bzw. 500.000 Euro Sachschaden pro Unfall. Wählen Sie diese Optionen im Autoversicherung-Vergleich auf jeden Fall!
  • Insassen-Unfallversicherung: Hier sind Fahrer und Mitfahrer versichert. Nach einem Unfall erhalten die betroffenen Insassen anteilig die vertraglich festgelegte Versicherungssumme.
    Beachten Sie jedoch: Haben Sie den Unfall nicht verschuldet, wird die Kfz-Haftpflicht des Unfallverursachers zur Kasse gebeten. Und anfallende Behandlungskosten werden sowieso von Ihrer Krankenversicherung übernommen. Die Insassen-Unfallversicherung mit zu berechnen lohnt sich lediglich bei unabwendbaren Ereignissen, wie z.B. einem Tierunfall und dann, wenn der Unfallverursacher über keine Haftpflichtversicherung verfügt. Mehr zur Kfz-Unfallversicherung.
  • Verkehrsrechtsschutzversicherung: Kommt es bei einem Auffahrunfall zu Meinungsverschiedenheiten darüber, wer Schuld hat, kann dies letztendlich nur ein Gericht klären. Bei Aussicht auf Erfolg übernimmt die Verkehrsrechtsschutzversicherung die anfallenden Kosten des Rechtsstreits.
  • Schadenfreiheitsklasse: Um eine günstige Autoversicherung zu erhalten, ist Ihre Schadenfreiheitsklasse (auch SF-Klasse genannt) sehr wichtig. Die Einstufung in die verschiedenen Klassen ergibt sich aus der Zeit, die Sie bereits unfallfrei fahren.
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